Phytotherapie – Gesund durch sie Kraft der Natur!

Die Phytotherapie (auch Pflanzenheilkunde oder Kräutermedizin genannt) beschreibt die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen. Als Grundlage dient die Heilpflanzenkunde.

Zu den Präparaten der Phytotherapie gehören Heilpflanzentees, aber auch Bäder, Umschläge, Inhalationen und Wickel sowie Kapseln, Tabletten, Tropfen und Zäpfchen aus Pflanzenextrakten.

Geschichte

Hinweise auf die Verwendung von Pflanzen als Heilmittel gibt es bereits bei steinzeitliche Funden, Altbabylonische Keilschrifttafeln, ägyptischer Papyrus (1500 v.Chr) und Entdeckungen aus Südasien und Mesopotamien.

Alraunenmännchen

Alraunenmännchen aus dem Kräuterbuch Gart der Gesundheit. Mainz 1485

Wichtiges Wissen stammt aus dem nordischen Heidentum und der keltischen Tradition, weiter gegeben durch Mönche (Klosterheilkunde). Heilerinnen wurden als wurzelkundige verehrt.

Von Hippokrates über Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp bis hin zu Henri Leclerc, gibt es eine lange Reihe von Persönlichkeiten, die die Pflanzenheilkunde prägten.

Titelseite Kreuterbuch

Titelseite des Neuw Vollkommentlich Kreuterbuch, Ausgabe von 1625

Link: Hervorragende Abhandlung zur Phytotherapie und deren Historie

Formen und Verbreitung

Bei der Pflanzenheilkunde werden naturwissenschaftlichen Bewertungsmaßstäbe als auch umfangreiches Erfahrungsmaterial herangezogen. Das Dosis-Wirkungs-Verhältnis ist umgekehrt zur Homöopathie.

Die Ayurvedische Medizin und die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) sind Sonderformen der Phytotherapie, die auch bei uns in Deutschland, immer mehr Beachtung finden.

Laut WHO sind 80 % der Weltpopulation auf Pflanzenheilkunde zur grundlegenden medizinischen Betreuung angewiesen, da kommerzielle Medikamente oft zu teuer sind.

Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie versucht oft, pflanzliche Wirkstoffe zu extrahieren oder nachzumachen, um sie zu patentieren und Profit daraus zu schlagen. Gleichzeitig wird versucht, die Pflanzenheilkunde als überholt zu diskreditieren.

In Wirklichkeit haben Pflanzliche Heilmittel oftmals geringe bis keine Nebenwirkungen, im Gegensatz zu vielen synthetischen Alternativen.

Anwendung in meiner Praxis

Zur Innerlichen und äußerlichen Behandlung bis hin zur Beeinflussung der seelischen Befindlichkeit, sind ihre Anwendungsmöglichkeiten. Obwohl Pflanzenheilmittel gut verträglich sind, sollten Sie stets alles genau mit mir absprechen.

Meist nutze ich die Phytotherapie unterstützend als Teil meiner Therapie (Tees, Bäder, Umschläge, Kapseln, etc.).

Praktische Anwendung: Bei akuten Erkrankungen wende ich häufig Wickel, Umschläge oder Tee an. Ich werde Ihnen gerne die Anwendung dazu zeigen, damit Sie sie auch zu Hause nutzen können.

Scharfer Hahnenfuß

Scharfer Hahnenfuß Abbildung in Hieronymus Bock-Kräuterbuch 1551

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration

Anwendungsmöglichkeiten

💪

Immunabwehr-Steigerung

🤧

Erkältungskrankheiten

🔥

Hitzewallungen, Unruhe

😴

Schlaflosigkeit, Erschöpfung

🫁

Atemwegserkrankungen

🍃

Verdauungsbeschwerden

❤️

Herz-Kreislauf

🧘

Stoffwechsel (Gicht, Diabetes)

🦴

Arthritis & Rheuma

💧

Harnwegsinfekte

Einige Pflanzen in der Frauenheilkunde

  • Basilikum (Ocimum basilicum) – Zur Schmerzlinderung, wenn die Regel sich verzögert
  • Engelwurz (Angelica officinalis) – Diuretikum, bei Ausbleiben oder Verspätung der Regel, Erschöpfungszustände
  • Fenchel (Foeniculum vulgare) – Regulierung der Monatsblutung, Blähungen
  • Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) – Bei starken Blutungen, wirkt zusammenziehend und blutstillend
  • Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) – wirkt spasmolytisch
  • Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) – wirkt blutstillend
  • Mönchspfeffer (Agnus Castus) – Blutungsstörungen, Schmerzen während der Periode, Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis) – Tonikum und Kräftigungsmittel, unterstützend zur Regulierung der Monatsregel
  • Schafgarbe (Achillea millefolium) – Bei starker Blutung (zusammenziehende Wirkung), wirkt kräftigend, tonisierend
  • Wanzenkraut (Cimicifuga racemosa) – Zur Beruhigung, zur Regulierung der Menstruation